03.09.2020

KEB klärt über Reichsbürgerbewegung auf


Bild: viarami @ pixabay


             Sie horten Waffen, greifen Polizisten an und leugnen die Existenz der BRD – die sogenannten Reichsbürger*innen. Seit Jahren ist in ganz Deutschland eine lose Bewegung von Verschwörungstheoretiker*innen und Rechtsextremist*innen aktiv, die durch ein abstruses Weltbild zusammengehalten wird: Deutschland sei eine GmbH, ein „Deutsches Reich“ bestünde weiterhin fort. Von Dokumentenfälschung bis zum Mord reichen die kriminellen Aktivitäten, in die Anhänger*innen der Reichsbürgerbewegung verstrickt sind. Darüber hinaus versuchen sie, durch juristische Tricks Verwaltungsangestellte zu drangsalieren und einzuschüchtern. Während der Coronapandemie versucht die Reichsbürgerbewegung verstärkt, ihre krude Ideologie zu propagieren.
Um über die Reichsbürgerbewegung und ihre demokratiefeindlichen Aktivitäten zu informieren und Strategien für den Umgang mit der Agitation der Reichsbürger*innen zu vermitteln, führte die Katholische Erwachsenenbildung im Lande Niedersachsen im Juni und Juli das Projekt InfoRM durch. Für diese „Infoveranstaltung zu Reichsbürgern und ihren Methoden“ konnte die KEB den Politikwissenschaftler Sebastian Trept als Dozenten gewinnen, der sich schon seit mehreren Jahren mit der Reichsbürgerszene beschäftigt und der bereits für die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen über die verschwörungsideologische Bewegung aufklärte. Auf den Veranstaltungen lernten Teilnehmer*innen die verschiedenen Strömungen der Reichsbürgerszene, deren ideologische Grundlagen und rhetorische Tricks, sowie typische Aktivitäten und Methoden der Reichsbürger kennen. Darüber hinaus wurden den Teilnehmer*innen Handlungsempfehlungen für den professionellen und persönlichen Umgang mit Reichsbürgern an die Hand gegeben. Fünf Geschäftsstellen der KEB Niedersachsen organisierten die Reihe und boten an jeweils zwei Abenden in der Woche kostenlose Onlineseminare an. Ermöglicht wurde dies dadurch, dass das Projekt „InfoRM“ durch das niedersächsische Landes-Demokratiezentrum beim Landespräventionsrat im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert wurde. 

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