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Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Professorin Dr. Johanna Wanka, besuchte anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Arbeitsgemeinschaft im Offizialatsbezirk Oldenburg das Bildungswerk Cloppenburg. Während ihrer Festrede sprach sie von der Gefahr der Verweigerungshaltung in der Politik. Aufgabe der Erwachsenenbildung sei es jetzt und auch in Zukunft, dem Menschen Zuversicht und Vertrauen zu vermitteln um ihn in unterschiedlichen Lebenslagen zu unterstützen. Dies schaffe die Erwachsenenbildung in unserem Land.
Bildung sei auch schon früher ein Thema gewesen, „gewinnt aber in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung. Gerade wenn es um berufliche Qualifikationen und fachspezifische Weiterbildung geht.“ Bildungseinrichtungen wie die Katholische Erwachsenenbildung seien Schlüsselfiguren für eine nachhaltige Bildungslandschaft. In diesem Zusammenhang griff sie das Problem des demografischen Wandels auf: „Es ist keine Lösung, dem Mangel an jungen Fachkräften durch ausländische Arbeitnehmer zu begegnen.“, so Wanka. Hier müsse man gezielt und schon in frühem Kindesalter die Bildung fördern. Aufgabe der Erwachsenenbildung sei es auch, Eltern mit Neugeborenen zu erreichen, die sich bisher nicht mit Themen wie z.B. der frühkindlichen Sprachbildung befassen. So könne man langfristig einem Mangel an qualifizierten Menschen begegnen. Junge Menschen solle man trotz technischer Kompetenzen und den Umgang mit neuen Medien aber auch wieder an Themen heranführen, die ein erfülltes Leben gestalten können: „Zum Beispiel muss Hauswirtschaft wieder stärker in das Bildungssystem integriert werden.“ Dies seien Gebiete, an denen man festhalten solle und die man in Zukunft nicht vernachlässigen dürfe. Die Kunst der Erwachsenenbildung sei es, die unterschiedlichen Altersgruppen mit interessanten Themen zu erreichen: „Gesellschaftliche Integration kann auch bedeuten, eine ältere Frau aus einem kleinen Ort für Weiterbildung zu begeistern.“ Dies geschehe aktuell durch die kommunalen Einrichtungen der Erwachsenenbildung. „In dieser Region mehr als irgendwo sonst.“, so Wanka.
Dass Erwachsenenbildung noch immer gefragt ist, machte Ferdinand Cloppenburg, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft an einigen Zahlen deutlich. 2010 hatten die 22 angeschlossenen Einrichtungen der Arbeitsgemeinschaft 205 berufliche Fortbildungsmaßnahmen durchgeführt. „Mit 38.000 Teilnehmern und insgesamt 85.930 Unterrichtsstunden kann sich unsere Arbeit sehen lassen.“, sagte Cloppenburg während seiner Rede. Er appellierte an alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Einrichtungen: „Macht weiter so.“
Der Direktor der Arbeitsgemeinschaft,Martin Kessens, gab den Zuhörern einen Einblick in die Veränderung der Erwachsenenbildung. Angefangen habe alles mit Makrameekursen und dem Erlernen des 10-Finger-Tastschreibens auf der selbst mitgebrachten Schreibmaschine. Es folgten die Integrationskurse für Aussiedler und schließlich die Weiterbildungsangebote im Bereich der neuen Medien. Einen hohen Stellenwert habe heute auch die berufliche Weiterbildung bei Jugendlichen aus sozial schwächeren Milieus. Durch die durchgeführten Eingliederungsmaßnahmen sei es möglich sie für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren und so fest in die Gesellschaft zu integrieren.
Anschließend trat Msgr. Peter Kossen an das Rednerpult. Er stellte die gesellschaftliche Aufgabe der Erwachsenenbildung dar: „Haben Sie Mut und gehen sie auf die Gesellschaft zu.“ Damit spricht Kossen auch die immer schwieriger werdende Akquise von Ehrenamtlichen an und nennt im selben Atemzug Ferdinand Cloppenburg als bestes Beispiel für eine langjährige und engagierte Arbeit im Ehrenamt.
Pfarrerin Hiltrud Warntjen schloss sich den Worten der Ministerin an und unterstrich die Wichtigkeit, alle Altersgruppen für Bildung zu begeistern: “Alle Menschen sind Adressaten der Erwachsenenbildung.“, so die Pfarrerin.
Landrat Hans Eveslage betonte die Wichtigkeit der Einrichtungen: „Sie sind aus der Region nicht mehr wegzudenken“. Denn die alte Weisheit "Lebenslanges Lernen" habe in der heutigen Zeig mehr denn je eine wichtige Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft.
Fotos und Text: Daniel Willenborg
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